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26: Nils Hellner, Die Säulenbasen des Zweiten Dipteros von Samos. Grundlage für die Rekonstruktion des Tempels in seinen Bauphasen (Bonn 2009)
Der Tempel wird mit 155 Säulen rekonstruiert; davon steht eine noch zur Hälfte aufrecht, von weiteren sechs liegen Basen in situ. Darüber hinaus sind 585 Fragmente erhalten, die durch Vermessen und eine Bauaufnahme im Maßstab 1 : 1 ausgewertet wurden. Auf diese Weise ließen sich die Profile von 71 Spiren und 48 Tori rekonstruieren, die eine klare Entwicklungsreihe innerhalb der Zeit von ungefähr 530 v. Chr. bis 350 v. Chr. wiedergeben. Auf dieser Basis konnten den vier Bauphasen des Tempels verschieden ausgebildete Säulenbasen zugeordnet und die Entstehungsgeschichte des Tempels nachgewiesen werden. Die Bauzeichnungen sind in dem umfangreichen Tafelteil abgebildet, der zudem zahlreiche Detailaufnahmen der Architekturfragmente enthält.
Des weiteren wurde aufgrund von Drehspuren bewiesen, daß die enormen Marmortrommeln (Gewicht von etwa 2,5 Tonnen bei einem Durchmesser bis zu 2.30 m) alle drehend bearbeitet wurden und damit ein technikgeschichtlicher Beitrag zur Leistungsfähigkeit des von Plinius für diesen Tempelbau bezeugten tornos, einer Drehscheibe, geleistet.
Die weiteren acht Beispiele der sogenannten Samischen Basis außerhalb von Samos wurden neu diskutiert. Die Entstehung und letztlich die Aufgabe der Samischen Basis stehen im engen Zusammenhang mit der Herstellungstechnik auf dem tornos: die Formensprache des feinen, vielförmigen horizontalen Kannelurschmuckes entwickelte sich am relativ weichen Kalkstein und wurde auf den harten Marmor übertragen. Die aufwendige, vielteilige horizontale Gliederung der Samischen Basis wird sich aufgrund des höheren Arbeitsaufwandes am Marmor nicht gegen die von Anfang an für die mit Schlagwerkzeug am Marmor konzipierte Ephesische Basis durchsetzen.
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