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Tiryns

Tiryns

The project is carried out under the attendance of the Berlin Head Office of the German Archaeological Institute. On this page you will find a short summary of the activities and research results of this scientific project. For further information also see the Tiryns-Page by the University of Heidelberg.

Location

Der heute rund 2 km von der Bucht von Nafplion entfernte, schmale Felsrücken von Tiryns erhebt sich bis zu einer Höhe von fast 30 m aus der umgebenden Ebene von Argos. Das Plateau des Felsens fällt von Süden nach Norden ab, eine topographische Gegebenheit, die in der mykenischen Palastzeit (Späthelladisch [SH] IIIA und B; ca. 1400-1200 v. Chr.) dazu genutzt wurde, um eine Gliederung in eine Oberburg, Mittelburg und Unterburg zu schaffen. Neben Mykene, Theben und Pylos zählt Tiryns zu den bedeutendsten Palastzentren der mykenischen Kultur des griechischen Festlandes.

Departments:
Athens Department

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Objectives

Der diachrone Verlauf der Nutzung des Felsens von Tiryns und seiner Umgebung zwischen der ersten Besiedlung im Neolithikum (6. Jt. v. Chr.) und der byzantinischen Zeit soll nachgezeichnet werden. Hauptziel bildet dabei die Herausarbeitung der Bedeutung des Ortes für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Bronzezeit und älteren Eisenzeit Griechenlands. 

Current Work

Besondere Schwerpunkte der Arbeiten liegen in den Bereichen der Auswertung und Publikation der Ergebnisse der Ausgrabungen von K. Kilian sowie der Konservierung der von deutscher Seite ausgegrabenen Architekturreste. Die Feldforschungsaktivitäten in Tiryns konzentrieren sich derzeit auf die in der Literatur als »Stadt« bezeichnete Außensiedlung. In den Jahren 1999 und 2000 wurde in Zusammenarbeit mit Frau Dr. A. Papadimitriou von der Vierten Ephorie des griechischen Antikendienstes eine Notgrabung im Nordosten des Stadtgebietes durchgeführt. Veranlaßt durch die beginnende Restaurierung der Unterburg wurde in 2001 eine Notgrabung an der Innenseite der Nordpforte der Unterburg begonnen.  

Results

    
   

Am Beginn der systematischen Erforschung von Tiryns standen die Ausgrabungen von H. Schliemann und dem Architekten des Deutschen Archäologischen Institutes in Athen W. Dörpfeld in den Jahren 1884-1885. In dieser Zeit konnte auf der Oberburg bereits der Hauptteil des um 1200 v. Chr. wahrscheinlich durch ein Erdbeben zerstörten letzten mykenischen Palastes mit einem Großen und einem Kleinen Megaron als Sitz der politischen Gewalt freigelegt werden. Diese und die späteren Ausgrabungen zwischen 1905 und 1929 unter der Leitung von W. Dörpfeld, K. Müller und G. Karo begründeten den Ruf von Tiryns als einem der Hauptorte der mykenischen Welt. Nach langer Unterbrechung wurden 1967 seitens des Deutschen Archäologischen Institutes die Forschungen in Tiryns wieder aufgenommen. Während sich die Aktivitäten der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg auf die Oberburg konzentriert hatten, konnte die Bedeutung der Unterburg in mykenischer Zeit erst durch die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Ausgrabungen unter der Leitung von K. Kilian zwischen 1976 und 1983 aufgeklärt werden. Es stellte sich heraus, daß dieser bisweilen als eine Art Fluchtburg interpretierte Bereich des Burgfelsens sowohl in der palatialen als auch in der nachpalatialen Zeit (SH IIIC; ca. 1200-1050 v. Chr.) eine dichte Bebauung trug und in übergeordnete architektonische Konzepte eingebunden war. In den Jahren 1984 und 1985 zeigten Ausgrabungen von Kilian auf der Oberburg, daß das für den Palast des 13. Jhs. v. Chr. kennzeichnende Nebeneinander von Megaronbauten unterschiedlicher Größe bereits einem Vorgängerpalast aus dem 14. Jh. v. Chr. eigen war. Im Jahre 1998 konnten im Rahmen eines Programmes zur Konservierung der Böden und Mauern des Großen Megarons neue Aufschlüsse zur Baugeschichte im zentralen Teil des Palastes gewonnen werden. Ein in seiner chronologischen Stellung bislang umstrittener, in den Ruinen des Großen Megarons errichteter schmaler Antenbau im Großen Megaron erwies sich angesichts von C14-Datierungen an Holzkohleproben aus neu entdeckten Pfostenlöchern nicht als eisenzeitlicher Tempel, sondern als das letzte, in SH IIIC erbaute mykenische Megaron der Oberburg. Ferner fanden sich Mauerzüge eines bisher unbekannten frühmykenischen Gebäudes, das der Erbauung der ersten Megaronbauten im 14. Jh. v. Chr. unmittelbar vorausgegangen und vermutlich auf zwei Terrassen angeordnet war. Vor Erbauung des ersten Megarons wurde der Bauplatz eingeebnet und dabei die auf der höheren Terrasse gelegenen frühmykenischen Gebäudereste abgetragen. Die Ausgrabung der Jahre1999 und 2000 im Nordosten des Stadtgebiets erbrachte neue Erkenntnisse über die sich wandelnde Gestalt eines Ausschnittes der Außensiedlung von der letzten Blüte mykenischer Kultur bis in die römische Zeit. Nachgewiesen wurde eine Sequenz von fünf Siedlungsphasen der nachpalatialen mykenischen Zeit. Die älteste dieser Siedlungsphasen wurde im frühen 12. Jh. v. Chr. (SH IIIC Früh) auf Flußsedimenten gegründet, und die jüngste datiert in SH IIIC Fortgeschritten. Spätestens in der zweiten Siedlungsphase tritt ein Bebauungsschema in Erscheinung, bei dem Häuser um einen Hof herum angeordnet wurden und das in den Grundzügen bis in die letzte festgestellte Siedlungsphase erhalten blieb. Nicht nur in der Anordnung und Ausrichtung der Bebauung, sondern auch in der Gründung der Häuser des frühen 12. Jhs. v. Chr. auf Flußablagerungen ähneln die Befundverhältnisse jenen, die Kilian Mitte der siebziger Jahre bei seinen Ausgrabungen in dem rund 130 m entfernten Grabungsareal von Tiryns-Stadt-Nordwest beobachtet hatte. Ein Gebäude der zweiten Siedlungsphase der Nachpalastzeit in Tiryns-Stadt-Nordost hebt sich allerdings durch Merkmale wie die Unterteilung mittels paralleler Stützenreihen und die Verwendung steinerner Stützenbasen aus dem Kreis zeitgenössischer Bauten hervor. Nach seiner Brandzerstörung am Ende von SH IIIC Früh oder in SH IIIC Entwickelt wurde dieses Gebäude nicht mehr aufgebaut, und es fehlen ab der dritten Siedlungsphase im allgemeinen Anzeichen einer im Rahmen der architektonischen Möglichkeiten der Nachpalastzeit als hervorgehoben zu bezeichnenden Bebauung. Unter den nachmykenischen Befunden verdient ein teilweise freigelegter spätgeometrischer Töpfereibezirk mit Töpferöfen, Laufflächen, gepflasterten Wegen und Fehlbränden bemalter Gefäße ebenso Beachtung wie ein archaischer Kultbothros der Zeit um 600 v. Chr. sowie eine ausschnittsweise aufgedeckte mutmaßliche Straßentrasse, die von der klassischen Zeit bis in die Römische Kaiserzeit in Benutzung war. Die Ergebnisse einer im Jahre 2001 begonnenen Ausgrabung an der Innenseite der Nordpforte der Unterburg ergänzen das von Klaus Kilian gezeichnete Bild über den Ablauf der Besiedlungsgeschichte der Unterburg am Übergang vom 13. zum 12. Jh. v. Chr. Teilweise freigelegt wurde ein Gebäude der späten Palastzeit (Bau XV), das den zur Pforte führenden Torweg nach Osten begrenzte und das aufgrund der Qualität und Stärke des Mauerwerks zu den am sorgfältigsten ausgeführten Bauten der Unterburg gezählt werden muß. Die Zerstörung von Bau XV am Ende von Späthelladisch (SH) IIIB unterstreicht, daß die Palastzeit in Tiryns in einer umfassenden Katastrophe unterging. Zu dem Fußbodeninventar des Hauses zählen, unter anderem, Fragmente einer spätminoischen Bügelkanne mittlerer Größe. Im Anschluß an den Untergang der palastzeitlichen Siedlung hat es anscheinend in diesem nördlichsten Teil der Unterburg keine lange Siedlungsunterbrechung gegeben. Allerdings wurde der solide gebaute Bau XV nicht wieder aufgebaut. Die spärlichen Überreste der Nutzung der frühen Phase SH IIIC tragen Merkmale der „Ruinenbewohnung“, die Kilian im Westen der Unterburg angetroffen hat. Für eine Nutzung des Torweges in dieser Zeit ergaben sich keine Hinweise, was darauf hindeutet, daß die Nordpforte nach der Katastrophe noch nicht wiederhergestellt war. Dies scheint sich erst im mittleren Abschnitt von SH IIIC geändert zu haben, als das Grundstück, auf dem Bau XV gestanden hatte, mit einem etwas anders ausgerichteten Raum bebaut wurde, in dem zwei Bauphasen unterschieden wurden. Die ausgeprägten Spuren einer Nutzung des Torweges in der ausgehenden Palastzeit und dann wieder in der fortgeschrittenen Nachpalastzeit widersprechen der in der Literatur oft geäußerten Auffassung, daß die Nordpforte nicht als regulärer Zugang zur Burg, sondern als eine in Krisenzeiten genutzte Ausfallpforte gedient hat.  

Cooperation

Alle Arbeiten des DAI in Tiryns werden in enger Abstimmung mit der Vierten Ephorie des griechischen Antikendienstes und unter Aufsicht des griechischen Kultusministeriums durchgeführt.  

Contact

 Ulrich Thaler, M.A.

Ur- und Frühgeschichte
Telefon: + 30-210-33 07 423
Telefax: + 30-210-381 47 62
Email: tiryns@athen.dainst.org
Further Email Addresses: thaler@athen.dainst.org

Further Contact Partners

Leiter der Ausgrabungen: Prof. Dr. Joseph Maran, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Heidelberg, Marstallhof 4, D-69117 Heidelberg, E-Mail: m17@ix.urz.uni-heidelberg.de

Bibliography

Einführend: U. Jantzen (Hrsg.), Führer durch Tiryns (1975); J. Maran in: Archäologische Entdeckungen. Die Forschungen des deutschen Archäologischen Instituts im 20. Jahrhundert (2000) 118 ff. Grabungspublikationen: Tiryns. Die Ergebnisse der Ausgrabungen des Instituts I-IV (1912-1938); Tiryns. Forschungen und Berichte V-IX, XI-XII (1971-2000) Aufsätze zu speziellen Themen und Vorberichte über die Ausgrabungen in verschiedenen Zeitschriften u.a. Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung; Archäologischer Anzeiger.  

 


 
 

updated: 24.02.2009

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