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DAI-Stand Halle 5.0
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Podiumsdiskussion im Internationalen Zentrum
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Prof. Zhu Zhang Yi stellt das Jinsha-Museum in der Provinz Sichuan vor
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Empfang am Stand des DAI in Halle 5
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Auch in diesem Jahr präsentierte sich das DAI wieder mit einem eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse. Es war Teil des vom Auswärtigen Amt geförderten Internationalen Zentrums (IZ) in unmittelbarer Nachbarschaft anderer Kulturmittler wie dem Goethe-Institut und dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst.
Geprägt vom diesjährigen Gastland der Buchmesse und der Gründung einer neuen Außenstelle in Peking stand auch der Auftritt des DAI im Zeichen Chinas. Neben den aktuellen Neuerscheinungen der Abteilungen und Zweigstellen wurde die neue Buchreihe Archäologie in China erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Interessierte Besucher hatten die Möglichkeit, sich umfangreiche über das Gesamt-Institut und im speziellen die aktuellen Planungen in Peking in deutscher, englischer und chinesischer Sprache zu informieren. Auch die zahlreichen Give-aways wie Postkarten, Lesezeichen und Postern fanden wie jedes Jahr regen Anklang.
Am Tag der Podiumsdiskussion konnte das Repertoire noch um prachtvoll bebilderte Ausstellungskataloge zu den Fundplatzmuseen in Jinsha und Sanxingdui erweitert werden, die uns die chinesischen Gastredner freundlicherweise zur Verfügung stellten.
Podiumsdiskussion
Der Leiter des Internationalen Zentrums Peter Ripken eröffnete die Podiumsdiskussion am dritten Messetag mit einem Rückblick auf den ursprünglichen Grund der Teilnahme des DAI am IZ: "Archäologie stiftet Identität und ist damit ein wichtiger Faktor bereits bevor die Kulturvermittlung einsetzt." Mit dem diesjährigen Diskussionsthema Archäologische Museen als Identitätsstifter gewann diese Begründung erneut an Bedeutung. Alle vier Teilnehmer unter der Moderation von PD Dr. Mayke Wagner stellten zunächst "ihre" Museen mit einigen bildlichen Impression vor. Prof. Huo Wei, Direktor des Instituts für Tibetstudien der Sichuan-Universität Chengdu und Direktor des Fundplatzmuseums in Sanxingdui, berichtete von den Grabungen in Sanxingdui, die vor allem in den Jahren 1986 und 2001 international Aufsehen erregende, riesige Bronzemasken und -figuren (über 2,50 m) zutage förderten. Sie gehörten offensichtlich zu einer reichen Tempelausstattung, die man aus unbekannten Gründen in zwei Gruben mit einer großen Menge Elefantenstoßzähnen rituell bestattet hatte. Das Museum Sanxingdui gehört inzwischen zu den größten Fundplatzmuseen Chinas, die Funde bewegten die Menschen weltweit. Natürlich besonders in China, wo die zentralchinesische Provinz Sichuan zuvor als rückständig galt und erst durch die archäologischen Entdeckungen im kulturellen Bewusstsein aufgewertet wurde. Die Bewohner Sichuans identifizieren sich heute stark mit diesen Frühzeitkulturen, gerade weil sie Jahrhunderte später von der chinesischen Kulturtradition assimiliert worden sind.
Auch das Jinsha-Museum im Herzen der Hauptstadt der Provinz Sichuan geht auf einen sensationellen Fund 2001 zurück, wie Prof. Zhu Zhang Yi, Direktor des Museums, erläuterte. Vor allem Goldmasken und Skulpturen sowie Spuren von Elefantenkulten, die direkt mit den Bewohnern des Chengdu-Tales vor 3000 Jahren in Verbindung gebracht werden, ziehen enorme Besucherströme an. Jinsha gilt als der größte Fundort für Jadeobjekte in China. Das 300.000 qm große Museumsareal zeigt eine hohe Konzentration dieser Objekte, um die enorme Funddichte zu spiegeln. Zudem setzt es verstärkt auf multimediale Vermittlung und nutzt dazu als erstes Museum in China die 4D-Technik. Seit 2007 kann das Jinsha-Museum 2 Mio. Besucher verzeichnen.
Von solchen Besucherzahlen ist die Arche Nebra mit 200.000 Gästen seit 2007 deutlich entfernt, sagt Dr. Reichenberger vom Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Doch wird auch hier der Besucher auf multimedialem Wege 3600 Jahre zurück in die Vergangenheit geführt. Es ist einer von vier Standhorten der neuen touristischen Route Himmelswege, die archäologisch bedeutende Orte im südlichen Sachsen-Anhalt miteinander verbindet. Im Gegensatz zur hohen Dichte an Ausstellungsobjekten in den chinesischen Museen will das Landesmuseum Halle noch mehr Geschichten erzählen und inszenieren. Beispielsweise stehen hier anstatt einer Fundfülle ein bis zwei repräsentative Keramiken repräsentativ für eine Epoche. Fakten sollen auf ein unverzichtbares Minimum reduziert werden. "Museen sollten für Besucher, nicht für Archäologen gestaltet werden. Für Kollegen stehen die Magazine zur Verfügung", sagt Reichenberger. Ein ähnliches Konzept schließlich steht hinter dem Museum der Varus-Schlacht in Kalkriese. Die Schlacht wird nicht rekonstruiert, vielmehr sollen die Besucher die Impressionen auf sich wirken lassen und sich ein eigenes Bild vom Ort des Geschehens machen. "Die Frage 'Warum gibt es Kriege?' muss letztlich jeder für sich beantworten", so Heidrun Derks, Leiterin des Museums und Park Kalkriese. Die Ausstellung richtet sich primär an Kinder und Jugendliche, um sie nicht nur für Geschichte, sondern für Wissenschaft und Forschung im Allgemeinen zu interessieren. In der anschließenden offenen Diskussion ist auch Derks der Meinung, dass Daten und Fakten bei der Vermittlung weniger Bedeutung beizumessen sei. Entscheidend sei die Identifizierung mit dem "eigenen" Museum in der Region, was auch Reichenberger für Halle nur unterstreichen kann.
Empfang
Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede repräsentativer Fundplatzmuseen in China und Deutschland wurden auch im Anschluss an die Expertenrunde am DAI-Stand weiter diskutiert. Am Abend lud das DAI die Gäste und Verlagspartner zu einem kleinen Empfang mit chinesischem Flair, der die Fachbesuchertage der Messe mit über 150.000 Besuchern erfolgreich ausklingen ließ.
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